Wissen Vorlagen
Nachweis KI-Kompetenz nach Art. 4 AI Act: Vorlage
Artikel 4 AI Act verlangt seit dem 27. Juli 2026 Maßnahmen, die die AI-Kompetenz Ihres Teams fördern. Ein Zertifikat braucht es nicht, eine interne Aufzeichnung genügt. Diese Vorlage hält je Person in einer Zeile fest, was Sie getan haben.
Kostenlos und ohne Anmeldung. Eine Seite A4.
Nachweis der AI-Kompetenz nach Artikel 4 AI Act
Je Person eine Zeile: welche AI sie nutzt, wie sie geschult wurde und wann sie die Regeln bestätigt hat. Aufbewahren und bei Änderungen fortschreiben.
- Organisation
- [Name Ihres Unternehmens]
- Verantwortlich
- [Name, Rolle]
- AI-Richtlinie
- Stand vom [Datum]
- Ansprechperson für AI-Fragen
- [Name, E-Mail]
| Name | Rolle | AI-Werkzeuge im Einsatz | Schulung: Datum, Umfang | Regeln zur Kenntnis genommen | Quiz: Datum, Ergebnis | Auffrischung geplant |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beispiel: A. Muster | Vertrieb Innendienst | Copilot im Firmenkonto | 12.11.2026, Workshop 4 Std. | 12.11.2026 | 12.11.2026, 9 von 10 | Mai 2027 |
Diese Vorlage ist eine Arbeitshilfe und keine Rechtsberatung.
Vorlage von ADA Impact, kostenlos unter ada-impact.de
Was verlangt Artikel 4 seit dem 27. Juli 2026?
Maßnahmen, die die AI-Kompetenz fördern. Die Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744 hat Artikel 4 neu gefasst. Anbieter und Betreiber von AI-Systemen müssen seitdem Maßnahmen ergreifen, um die Kompetenz ihres Personals und anderer Personen in ihrem Auftrag zu unterstützen.
Dabei zählen nach Absatz 1 die technischen Kenntnisse, die Erfahrung, die Aus- und Fortbildung, der Zusammenhang, in dem die Systeme eingesetzt werden, und die Menschen, bei denen sie eingesetzt werden. Die Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025 für alle, die AI beruflich einsetzen, ohne Ausnahme für kleine Unternehmen.
Die EU-Kommission nennt in ihren Fragen und Antworten vier Schritte als Mindestinhalt: verstehen, was AI ist und welche im Haus genutzt wird; die eigene Rolle als Anbieter oder Betreiber klären; die Risiken der eingesetzten Systeme betrachten; die Maßnahmen danach auf die Menschen zuschneiden.
Was verlangt Artikel 4 nicht?
Kein Zertifikat, keinen AI-Beauftragten und kein garantiertes Niveau. Die Kommission schreibt: „There is no need for a certificate.“ Schulungen und andere Maßnahmen könnten intern aufgezeichnet werden.
Der neue Absatz 1 sagt ausdrücklich, dass niemand für eine bestimmte Person ein Niveau an Kompetenz garantieren muss. Und ein eigenes Bußgeld für Artikel 4 gibt es in Deutschland derzeit nicht: Das KI-MIG vom 22. Juli 2026 zählt in § 15 die Ordnungswidrigkeiten auf, Artikel 4 steht nicht darunter.
Folgenlos ist die Pflicht trotzdem nicht. Die Aufsicht liegt in Deutschland in den meisten Fällen bei der Bundesnetzagentur, und nach einem Vorfall zählt, ob es an Schulung und Anleitung gefehlt hat. Ohne Unterlage lässt sich das schwer zeigen.
Was hält ein sinnvoller Nachweis fest?
Je Person sechs Angaben, die den Maßstab aus Absatz 1 abbilden. So lässt sich die KI-Kompetenz Ihres Teams belegen, ohne Zertifikat und ohne großen Aufwand.
Die Rolle zeigt, wofür jemand AI braucht. Wer Angebotstexte entwerfen lässt, braucht anderes Wissen als jemand, der Bewerbungen vorsortieren lässt. Die eingesetzten AI-Werkzeuge zeigen, worauf sich die Schulung beziehen muss.
Die Schulung steht mit Datum und Umfang da, etwa ein Workshop von vier Stunden. Danach folgt das Datum, an dem die Person die Regeln Ihres Hauses zur Kenntnis genommen hat, zum Beispiel mit Unterschrift unter der AI-Richtlinie auf einer Seite.
Ein kurzes Quiz zu den Regeln zeigt, dass sie angekommen sind. Und eine geplante Auffrischung hält fest, dass Sie nachziehen, wenn Werkzeuge oder Aufgaben sich ändern.
Unsere Einschätzung: Dazu gehören zwei Angaben für das ganze Haus, die oben auf dem Blatt stehen: der Stand Ihrer AI-Richtlinie und eine benannte Ansprechperson. Mehr braucht es in den meisten Häusern nicht.
Wie füllen Sie die Vorlage aus?
Eine Zeile je Person, die mit AI-Systemen arbeitet: Mitarbeitende ebenso wie andere Personen, die das in Ihrem Auftrag tun.
Tragen Sie oben Organisation, verantwortliche Person, den Stand Ihrer AI-Richtlinie und die Ansprechperson ein. Füllen Sie die Zeilen nach der Schulung aus und ergänzen Sie sie, wenn jemand dazukommt oder ein Werkzeug wechselt. Die Word-Datei lässt sich beliebig verlängern.
Bewahren Sie den Nachweis dort auf, wo Sie auch andere Unterlagen zur Organisation führen. Wie wir Schulung, Regeln und Quiz mit Ihrem Team aufsetzen, steht unter Dürfen und Können.
Reicht eine Teilnahmeliste als Nachweis?
Sie ist der wichtigste Teil, aber mit Inhalten und Datum. Absatz 1 verlangt Maßnahmen, die zu Kenntnissen, Erfahrung und Einsatz passen. Eine Liste mit Namen allein zeigt das nicht. Steht dabei, welche Schulung in welchem Umfang stattfand und welche Regeln gelten, wird daraus ein Nachweis.
Hilft ein gekaufter Online-Kurs?
Er kann eine Maßnahme sein, ist aber kein Freibrief. Die Kommission sammelt Beispiele anderer Organisationen und schreibt dazu, deren Übernahme begründe derzeit nicht automatisch die Vermutung, Artikel 4 zu erfüllen. Entscheidend ist, dass die Schulung zu Ihren Werkzeugen und Aufgaben passt.
Droht ohne Nachweis ein Bußgeld?
Für Artikel 4 allein derzeit nicht, ein eigenes Bußgeld sieht das deutsche KI-MIG nicht vor. Die oft zitierten 35 Millionen Euro gelten für verbotene Praktiken nach Artikel 5. Wer nach einem Schaden zeigen muss, was er zur Vorsorge getan hat, steht ohne Unterlage trotzdem schlecht da.
Quellen
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI) vom 8. Juli 2026, EUR-Lex: Neufassung von Artikel 4
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), EUR-Lex: Artikel 3 und 4
- Europäische Kommission: AI Literacy – Questions & Answers (Stand 27. Juli 2026)
- KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) vom 22. Juli 2026: § 2 und § 15
Stand 22.10.2026. Die Vorlage ist eine Arbeitshilfe und keine Rechtsberatung.



