Wissen Lexikon Human in the Loop
Human in the Loop
Kurz gesagt
Human in the Loop heißt: Ein Mensch ist fest in den Ablauf eingebaut und entscheidet an einer bestimmten Stelle, bevor die AI etwas auslöst. Die AI liest, sortiert und schlägt vor, der Mensch prüft und gibt frei. Für Hochrisiko-Systeme schreibt der AI Act vor, dass Menschen sie wirksam beaufsichtigen können.
Wo genau sitzt der Mensch?
Dort, wo etwas nicht mehr leicht rückgängig zu machen ist: buchen, bezahlen, versenden, zusagen. Im Rechnungseingang liest die AI die Rechnung, gleicht sie mit Bestellung und Lieferschein ab und schlägt die Buchung vor. Gebucht wird erst, wenn jemand aus der Buchhaltung freigibt.
Davon zu unterscheiden ist „Human on the Loop“. Dort handelt das System selbst, und ein Mensch überwacht es und greift bei Bedarf ein. Beide Formen beschreiben die Ethik-Leitlinien, die eine Expertengruppe der EU-Kommission 2019 vorgelegt hat.
Was verlangt der AI Act?
Artikel 14 betrifft Hochrisiko-Systeme, etwa für Personalauswahl oder Kreditprüfung. Sie müssen so gebaut sein, dass sie „von natürlichen Personen wirksam beaufsichtigt werden können“. Für die meisten Anwendungen im Büro ist das keine Pflicht. Es bleibt trotzdem die einfachste Absicherung, gerade gegen Fehler und Prompt Injection.
Bremst die Freigabe nicht alles aus?
Unsere Einschätzung. Die Freigabe kostet Sekunden, wenn die AI gut vorbereitet: Vorschlag, Begründung, markierte Abweichung. Teuer wird sie nur, wenn der Mensch alles noch einmal selbst machen muss. Unser Leitsatz: Die AI schlägt vor. Der Mensch entscheidet.
Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act), Artikel 14, EUR-Lex
- Hochrangige Expertengruppe der EU-Kommission: Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI, 8.4.2019
Stand 6.10.2026. Dieser Text ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.




